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Beleuchteter
Teil der Erdoberfläche, 2. April 2005, 13:00 Weltzeit (UTC)Bildschirmfoto
per “kworldclock“; Quelle: wikimedia/commons;
Autor:
Duesentrieb; Liz.: GNU General Public License, Vs. 2.0 |
Sonne zum
Gleichnis
Sie macht
uns in der Frühe munter,
lässt grell
erglühn den fernen Horizont,
läuft einen
Bogen, eingehüllt ins Blond,
von Ost
nach West – und geht dort unter.
Im
Morgenlicht zeigt sie sich golden,
tagsüber
hält sie uns behaglich warm;
selbst
abends weht ihr leiser Hauch an Charme -
erst nachts
sind wir nur die Abholden.
Fürs Leben gibt
es kein Verzeichnis,
wie jeder
Taglauf festgesetzt verrinnt –
man ahnt
nur, dass etwas den Faden spinnt
und fände sicher
manches Gleichnis.
Erst
jugendlich und immer nehmen;
allmählich
geben, weil herangereift; -
wenn schließlich
Alter einen fühlbar streift,
wird langsam
unser Selbst zum Schemen.
Erwägt der
Sonne Angebote,
Denn keines
ist gemacht als bloßer Scherz;
Schließt sie
viel lieber in ein weites Herz,
Leiht ihr
das Ohr zu jeder Note!
Mit Dank für die Anregung durch ein ähnliches
Gedicht einer befreundeten Poetessa!
© elbwolf (31.10.2014)
Nachtrag:
Mein Lieblingsschriftsteller Lion Feuchtwanger
sagt es in seinem Roman „Goya“
(im Teil 2, Kap. 35) mit wenigen reimlosen Versen von unvergleichbar
schöner
Poesie ganz anders und viel drängender, was man im Leben nicht
verpassen sollte:
„Darum lasst uns / Tauchen in den / Tiefen Schoß der
Liebe; denn wir / Leben nur so / Kurze Zeit auf
Dieser Erde, / Und wir sind so / Lange tot.“
Anhang:
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