Brückenbau-Ballade (I – vorher)
Limerick-Folge
Die Stadt ist ganz deutlich geprägt
Vom Fluss, der sie mittig zersägt.
Einst standen die Rufer
An beiden der Ufer –
Doch Kahnfahrt nicht jeder verträgt ...
Die Lösung dafür ist sehr alt,
Lässt heute wohl jedermann kalt:
Man baut nämlich Brücken,
Um ’nüberzurücken –
Erfreut sich der Bögen Gestalt.
So war das in früherer Zeit:
Man löste Probleme gescheit!
Heut sucht man voll Tücke
Gesetze mit Lücke –
Und bricht dann vom Zaune den Streit!
Zwei Teams machen ziemlich auf stur:
Das erste entwirft „Hardware“ pur
Und denkt an nichts weiter.
Das zweite – gescheiter –
Befürchtet Verlust von Kultur.
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Schematischer
Vergleich:Waldschlößchenbrücke mit anderen Stadtbrücken, s o. „Blaues Wunder“ Vom Urheber „GmD“ 10.11.2005 als gemeinfrei (weltweit) veröffentlicht! |
Das Welterbe hatte gelockt –
Wird ALLES nun wieder verzockt,
Der Kampf um den Titel
Ein vergeblich’ Kapitel?
Die „Erben“ sind sämtlich geschockt!
Derweil wuchten quer durch die Au
Die „Technos“ den stählernen Bau:
Verkehr hat zu fließen –
Wen könnt’ das verdrießen,
Was soll kulturelle Beschau?
Im Nu gab’s gefährlich Gemenge
Aus Weitblick und angstvoller Enge.
Selbst Hufeisennase
Verfiel in Ekstase …
Ein jedes erhielt tüchtig Senge!
Das Volk, das ja stets nur der Lümmel,
Zog rein man ins Schlachtengetümmel:
Ohne richtige Kunde
Ging’s zur Abstimmungsrunde –
Drauf nippt es bedeppert am Kümmel.
Der Titel? War umgehend futsch.
Die „Technos“, die dachten: „Gut-Rutsch!"
Jetzt her diese Brücke,
Verkehrsader-Krücke!
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Und hatten gewonnen den Putsch!
Elbwolf (2009; 2013)
PS: Und so lief der Bau – oder auch nicht:
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Blick auf
den Brückenbogen der noch im Bau befindlichen Waldschlösschenbrücke. Autor: Karelj; 19.7.2012; GNU-Liz. f. freie Dokumentation ab Vs. 1.2 |
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