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Sonntag, 22. Januar 2017

Der arme Poet

Carl Spitzweg (1808-85): Der arme Poet (1839, II. Fassung des Motivs)
Standort: München, Neue Pinakothek; Quelle: The Yorck Project via wikimedia.commons; Gemeinfrei


Der arme Poet

Des Denkens müde, sucht er zu ergründen,
ob doch dem Tag wär' etwas abzuringen ...
Die Welt, beschäftigt mit ganz andern Dingen,
ist Hilfe nie: sie wird sich nicht verbünden.

Der träge Geist muss sich zuerst entzünden,
will der Poet, dass Reime ihm gelingen,
die ihm den dringenden Erfolg auch bringen
und seinen Ruhm weit in das Land verkünden.

So liegt er still, genießend nun das Wunder,
dass Verse fügen sich in einem Guss,
es blitzt, wie wenn der Funke fällt in Zunder.

Begrüßen lasst uns diesen Musenkuss,
der Dichters Denken nicht verdammt als Plunder,
und er sein Letztes gibt – zu gutem Schluss.

© L-R   (lillii)

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