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Montag, 4. Dezember 2017

Nur schlafen … (Terzinen)

Boris Dmitrijewitsch Grigorjew (1886–1939): Der Schlaf des Zirkusartisten (1917).
Standort: Privatsammlung. Ausgestellt: Tretjakow-Galerie, 2011. Liz.: gemeinfrei.

Nur schlafen …
Terza rima

Es wiederholt sich alle Jahre wieder:
dagegen lässt sich überhaupt nichts tun –
so zeitig sinkt die Dämmerung hernieder.

Wer ist schon gegen Finsternis immun?
doch allenfalls, die gern ein bisschen munkeln –
ich selbst bin da durchaus kein blindes Huhn.

Versteht mich recht – was bliebe noch zu schunkeln
für den, der immer tüchtig war und brav –
wenn droben nicht einmal die Sterne funkeln.

Dass einfach nichts darüber geht – alaaf!
(seid ihr denn nicht kaputt und hundemüde?)
Wie recht ihr habt: jawohl, es ist der Schlaf …

Ein Nickerchen wird schnell zur Attitüde.
Der menschlichen Natur entspricht es sehr,
es adelt sie: kein Schläfer gilt als rüde.

Der Baum hat keine grünen Blätter mehr;
ein Herbststurm wehte sie von all den Ästen –
in dunkler Zeit, da steht er kahl und leer.

An Schutz ermangelt es den zwitschernd' Gästen,
schon längst entschwunden ist der Vögel Zug:
im Süden überwintern ist am besten!

Für unsereinen ist das alles Trug!
Den Winter stehn wir durch im eignen Lande –
dabei hilft uns so etwas wie ein Spuk:

Hier schlägt uns Schlaf in seine sanften Bande!

© elbwolf (WH, 2.12.2017)

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Zur Abbildung:
B. D. Grigorjew war ein russischer avantgardistischer Maler und Dichter. Nach 1919 lebte er u. a. in Deutschland, Frankreich und Finnland, sowie Nord- und Südamerika. Eine große Gedenkausstellung fand 2011 in der Moskauer Tretjakow-Galerie statt, auf der auch das Bild "Der Schlaf des Zirkusartisten" gezeigt wurde.

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