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Montag, 6. März 2017

März – ein Monatsbild

Gerard Horenbout u. a.: Breviarium Grimani, Monatsbild März (Buchmalerei/Pergament, ~1510)
Standort: Nationale Markusbibliothek, Venedig; Quelle: Wikimedia.commons; gemeinfrei.
Das landwirtschaftliche Jahr jener Zeit fand seinen ersten Höhepunkt
im Pflügen des Ackers und Einsäen von Hand.

März – ein Monatsbild

Er ist der junge Ungestüme,
dem Mars den Monatsnamen gab –
der Kämpfer, der aus Winters Händen
nun übernimmt den Staffelstab.

Der Winter kämpft. Doch er ist müde,
und überlegen siegt der März.
Er trotzt dem Alten ohne Mühe.
Nur Leichtigkeit bewegt das Herz.

Der Bauer legt die neuen Samen
der Erde in den kühlen Schoß.
Die Wintersaat sprießt aus dem Boden –
im frühen Sommer ist sie groß.

Noch sind die Zweige ohne Blätter,
doch Knospen tragen sie schon lang.
Die Sonne weckt die starre Erde
zu opulentem Neuanfang.

Der März, den jährlich wir erleben,
er ist des Frühlings Neubeginn.
Der Tag, die Nacht sind in der Schwebe:
ein lebensfroher Zugewinn.

Der Bach beginnt sein lustig Springen;
die Wiesen steigen aus dem Braun;
die Veilchen und der Krokus sprießen;
das Efeu grünt am Gartenzaun.

Ein jeder März ist Auferstehung,

ist Dankbarkeit und auch Gebet.
Die lange winterliche Strenge –
sein Atem hat sie weggeweht.

© A.W. (immergruen, 04.03.2017)

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○ Link auf eine populäre Darstellung des März in mittelalterlicher Zeit.
○ Link auf eine Sammlung Lyrik- und Prosa-Titel über den März (1798-1965).

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