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Buch geführt wird
schon darüber: bedroht – vergessen – versunken – untergegangen!
./.
Der DUDEN nimmt gottlob! in seine neue 27. Auflage 5000 weitere Wörter
auf, darunter:
Selfie, Tablet, Emoji,
Willkommenskultur, Schmähgedicht, Fake News, postfaktisch, Low Carb, Roadtrip, rumeiern, Ramschniveau,
Tüddelkram, Datenbrille, facebooken, entfreunden u.v.a.m.
Aber Achtung: statt "Majonäse" ist ab sofort wieder nur noch "Mayonnaise" zulässig!
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Verschwindende Wörter – Einführung
Bitte
nicht nur wundern und den Kopf schütteln über den neuesten DUDEN – er hat
schließlich nur indirekt sprachpflegerische Aufgaben: er soll
vielmehr die Sprache (deine und meine Muttersprache!) in ihrer Bewegung
erfassen und widerspiegeln. Und das Wortgut unserer Muttersprache war schon
immer in Bewegung – schließlich ist die
Sprache ja erst allmählich zu dem geworden, was sie heute ist.
Aber
– SO wird sie eben auch nicht bleiben. Beschleunigt sich dieser Vorgang
vielleicht – unter dem Zeitgeist; unter äußeren Einflüssen; durch unsere eigene
Unachtsamkeit? Gerät so manches in Vergessenheit oder geht gar unter, das auch
künftig durchaus weiter gebrauchsfähig
wäre?
Strömt
dafür anderes in die Sprache, das völlig entbehrlich erscheint, das Besseres verdrängt
und Ausdrucksmöglichkeiten eher verringert als erweitert, eher unverständlicher
macht, als dass es für Klarheit sorgte? Verdrängt nicht jedes dahingeplapperte
"okay" ein "gut", selbst das "bist du okay?" raubt uns ein "geht's dir gut?" Die
Volksbildung ist längst alarmiert; dagegen ist die Politik, wie immer,
unentschlossen.
Bücher
zur Materie aber gibt es bereits genug – die genauen Angaben zu den oben aufgeführten
Titeln kann der Interessierte sich leicht mittels einer Internet-(Bilder-)Suche
erschließen oder einfach die Titel "googeln".
Gelegentlich
aber schwappt eine Kelle an sprachlicher Auf- und Erklärung sogar in die
Tageszeitungen und Illustrierten über. So geriet mir wieder ein Ausriss aus der
"Sächsischen Zeitung" vom 13.09.2014 in die Hände:
"Wörter, die aus der deutschen Sprache
verschwinden".
Elf
Beispiele sind dort aufgezählt, die unten in alphabetischer Reihenfolge angegeben
sind (dabei "Schaufensterbummel" ersetzt durch Schwerenöter und Nr. 8
hinzugekommen vom blauen Buchtitel):
01 Backfisch
02 Hagestolz
03 Halbstarker
04 Hechtsuppe
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05 Kleinod
06 Ohrenschmaus
07 Patenbrigade
08 Poetenkasten
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09 schurigeln
10 Schwerenöter
11 Sendeschluss
12 Sommerfrische
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Wir
wollen in dieser Serie versuchen, einzelnen Wörtern – nach und nach vielleicht
sogar allen – ein Gedicht zu widmen, in dem das betreffende Wort nicht bloß in
der Überschrift vorkäme.
Zwei
vergiftete Pfeile enthält übrigens die Aufzählung:
•
Patenbrigade – um die ist es wirklich schade, aber nur ältere Ossis könnten
damit noch etwas anfangen;
•
Poetenkasten – lange schon aus der Mode – den nehmen wir uns zum Auftakt in der
Folge-1 vor.
Liebe Besucher unserer neuen
Serie auf Versbildner – bitte bleiben Sie dran an den "Verschwindenden
Wörtern" – vielleicht nehmen Sie sich sogar mal selber eins vor?
Wir bloggen:
Teil-1: "Poetenkasten" am 23. August
Teil-(2+3): "Schwerenöter" und "Ohrenschmaus" am 26. August
Teil-(4+5): "Backfisch" und "Hagestolz" am 29. August
© elbwolf (Mai 2017;
durchgesehen August '17)
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