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Adrian Ludwig Richter (1803-1884): Brautzug
im Frühling (1847; Detail)
Dresden, Albertinum; via Wikimedia Commons; Foto: Dguendel; Liz.: CC-BY 4.0
Adelbert de Chamisso: Die
Korbflechterin (Pantun) |
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Der Regen
fällt, die Sonne scheint |
Die Sonne
färbt die Wolken rot, |
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Dem Fische wird das Netz gestellt, Es sengt die Fliege sich am Licht, Ein rasches Mädchen dir gefällt Und du gefällst dem Mädchen nicht. |
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Die Qual der Wahl
Die Sonne schaut aus Wolken vor,
Sacht weht ein lauer Frühlingswind;
Die Mädchen singen leis' im Chor –
Zum Singen trifft man sich geschwind.
Sacht weht ein lauer Frühlingswind;
Auf weiten Feldern wächst die Frucht;
Zum Singen trifft man sich geschwind –
Und nicht ganz ohne Eifersucht.
Auf weiten Feldern wächst die Frucht;
Ein jedes Mädchen wär gern Braut –
Und nicht ganz ohne Eifersucht,
Weil jede nach der andren schaut.
Ein jedes Mädchen wär gern Braut –
Sie haben heimlich schon gewählt,
Weil jede nach der andren schaut,
Wobei der eigne Wunsch nur zählt.
Sie haben heimlich schon gewählt,
Erträumt sich eines Manns Gestalt.
Wobei der eigne Wunsch nur zählt ...
Dann schlügen Hochzeitsglocken bald!
© elbwolf (24.01.2021)
Anmerkung:
Der Gedichtform Pantun waren früher schon 8 Beitrage gewidmet, die leicht im Blog zu finden sind, wenn man das Label "Pantun (Sprechgesang)" auf dem rechten (schwarzen) Seitenrand anklickt.
In schriftlicher Form liegen Pantune im Ursprungsland Malaysia seit dem 16. Jh. vor. In Frankreich, England und Deutschland haben Lyriker seit dem 19. Jahrhundert Pantune gedichtet. Dazu zählen auch die drei Gedichte in so genannter "maleyischer Form" von Adelbert de Chamisso (1781-1838), die Chamisso in Deutsch verfasste.
Dieser Beitrag zeigt das zweite Pantun "Die Korbflechterin", das mir Anregung zu einer abgewandelten Version war.
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