Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!

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Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...

Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.

Sonntag, 9. Juli 2017

Sommerliche Vielfalt

Arakcheev, Boris Vladimirovitch (1926 – 2013; Weißrussland): Hochsommer im Dorf Mar'ino (2009)
Quelle: Oksana Arakcheeva für wikimedia.commons; Liz.: CC BY-SA 4.0 Int. (2009)
Sommerliche Vielfalt



Mein Sommer

Der Sommer weist mich in die Schranken:
Die Sonne wärmt mir die Gedanken –    
Mir ist nach Luft und Wasser tanken      
Und reden in den hellen Stunden.
Nie hab ich dafür Zeit gefunden.

Indessen koch ich Marmeladen              
Und stöhne unter Hitzegraden                
An meinem Ofen, statt zu baden;            
Red über Früchteaufbereitung                
Und plansch im Wasser aus der Leitung.



Sommerzeichen

Blüten -
In Überüppigkeit.

Farben -
Ungeahnte Variationen.

Gras -
Der Sonne geopfert.

Früchte -
Saftig und süß.

Hitze -
Flirrende Luft.

Wasser -
Erfrischende Kühle.

Sternschnuppenregen
Nimmt Wünsche mit

In traumtiefe
Bläue.
          Sommerdüfte

Nordwärts

ziehen die Wolken,

drohend,

lassen Regen zurück.

Stetig tropft es

vom Geländer.

Die Erde saugt ein

und atmet aus

in tiefen Zügen.

Alle Düfte des Sommers

parfümieren

die fallenden Wasser.





© immergruen (A.W., Juli 2017)

Donnerstag, 6. Juli 2017

Villon / im ehem. Greifenverlag (4) – In verschworener Runde

Diese Folge aus Einleitung und vier Gedichten ist einem ehem. Verlag gewidmet,
dem Greifenverlag zu Rudolstadt und seinen Buchkünstlern,
anhand des historischen Romans "Villon, den ganz Paris gekannt"
von Autorin Johanna Hoffmann; illustriert von der Grafikerin Erika Müller-Pöhl
Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 208
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)

Villon / im ehem. Greifenverlag
(4) – In verschworener Runde
          (Canzone toscana)

Wer käme nicht auf jenen dieser Sprüche,
von Wein und Weib und schmetternden Gesängen,
die in verschworner Runde lautstark dröhnen?
Die heizt sich langsam auf zur Hexenküche,
ein jeder will den andren vorwärts drängen;
und ihre Reize stell'n zur Schau die Schönen.
Des Barden Worte tönen,
begegnen, gut versteckt in seinen Klängen,
dem Aufruf des Scholaren,
zum Schabernack die Kräfte jetzt zu paaren.

Gar schnell verließ man des Gesetzes Boden,
von Willkür war erfüllt das frisch Gewagte,
sie lag dem Tun von nun an stets zu Grunde.
Verarmte Adlige, zwar noch in Loden,
die auch – wie den Scholar – der Hunger plagte:
mit ihnen fand Villon sich jetzt im Bunde.
Sehr bald schlug ihre Stunde:
aus freien Männern wurden sie Verklagte,
und keiner kam zu retten –
die Staatsgewalt warf sie in Eisenketten.

Wolfgang H. (elbwolf, Juni 2016; durchgesehen Juli '17)

*) Disclaimer
Der Blogger dieser insg. 5-teiligen Folge hat große Anstrengungen unternommen, den evtl. Rechteinhaber für die reproduzierten Illustrationen ausfindig zu machen, jedoch ohne Ergebnis. Er gibt hiermit seiner Überzeugung Ausdruck, dass es der Künstlerin lieber sein würde, dieser bescheidenen Ehrung auch ungefragt zuzustimmen, bliebe doch sonst nur die ungenannte Präsenz auf Wühltischen von Trödelmärkten.
Auf begründete Forderung hin würden die Abbildungen natürlich gelöscht.

Dienstag, 4. Juli 2017

Villon / im ehem. Greifenverlag (3) – Das Bürgerweibchen

Diese Folge aus Einleitung und vier Gedichten ist einem ehem. Verlag gewidmet,
dem Greifenverlag zu Rudolstadt und seinen Buchkünstlern,
anhand des historischen Romans "Villon, den ganz Paris gekannt"
von Autorin Johanna Hoffmann; illustriert von der Grafikerin Erika Müller-Pöhl

Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 189
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)

Villon / im ehem. Greifenverlag
(3) – Das Bürgerweibchen
          (Canzone toscana)

Ernüchtert ist Villon: Ein Haus zu bauen,
das jene Frau versieht, die er begehrt,
bleibt Wunschbild. Wie des Körpers Süchte stillen?

Das brächte manche von den Bürgersfrauen,
die sonst sich nach Erfüllung fast verzehrt.
Warum Begierden zähmen, wenn sie schrillen?
Wär eine ihm zu Willen,
er nähm' das Lager, das sie ihm beschert,
verließe es erst wieder,
wenn sie gesungen alle Liebeslieder.

Gisèle war eines jener Bürgerweibchen,
das François ein breites Bette bot,
dann zögerte, sich vor ihm zu entkleiden.
"So ziehe es doch endlich aus, Dein Leibchen!"
Er steht entblößt vor ihr – sie wird ganz rot:
"An meinem Anblick tat kein Mann sich weiden.
Ich will nicht länger neiden,
will's auch einmal erleben, sapperlot!"
Er pellt sie aus – in Ruhe;
sie legt noch alles schön in ihre Truhe …

Wolfgang H. (elbwolf, Juni 2016; durchgesehen Juni '17)

*) Disclaimer
Der Blogger dieser insg. 5-teiligen Folge hat große Anstrengungen unternommen, den evtl. Rechteinhaber für die reproduzierten Illustrationen ausfindig zu machen, jedoch ohne Ergebnis. Er gibt hiermit seiner Überzeugung Ausdruck, dass es der Künstlerin lieber sein würde, dieser bescheidenen Ehrung auch ungefragt zuzustimmen, bliebe doch sonst nur die ungenannte Präsenz auf Wühltischen von Trödelmärkten.
Auf begründete Forderung hin würden die Abbildungen natürlich gelöscht.

Samstag, 1. Juli 2017

Kalenderblatt 07/2017 (Mirjam Moritz a. G.)

© Mirjam Moritz, Malerin und Grafikerin; www.dammschloesschen.de
  


A l l e m   s e i n e   Z e i t

J U L I   2 0 1 7












Federwolken dort,
          in der Ferne,
          vor nachtblauem Himmel;
Blüten und Stengel hier,
          abgeschnitten,
          in Vasen gestellt –
Zeichen des Sommers
und Abbild
          seiner Vergänglichkeit.

                                              © L-R

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○ Mit Dank an die Dresdener Künstlerin für die Zustimmung, hier auf Versbildner ihr grafisches Blatt wiedergeben zu dürfen, für das sie sich jedoch sämtliche Rechte vorbehält!

Donnerstag, 29. Juni 2017

Villon / im ehem. Greifenverlag (2) – Eroberung der Frau

Diese Folge aus Einleitung und vier Gedichten ist einem ehem. Verlag gewidmet,
dem Greifenverlag zu Rudolstadt und seinen Buchkünstlern,
anhand des historischen Romans "Villon, den ganz Paris gekannt"
von Autorin Johanna Hoffmann; illustriert von der Grafikerin Erika Müller-Pöhl
 
Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 143
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)
 
Villon / im ehem. Greifenverlag
(2) – Eroberung der Frau
          (Canzone toscana)

Villon ist einundzwanzig grad geworden,
besteht an der Sorbonne den Magister –
und wird gar nicht so sehr vom Stolz ergriffen.
Die Lust bedrängt ihn, will schier überborden:
die er gewählt, für sie zieht er's Register.
Im Heiratsantrag – jedes Wort geschliffen!
Doch was die Spatzen pfiffen,
ist eben doch nicht bloß so ein Geknister …
Jetzt soll die stolze Kathrin sich entscheiden:
den Burschen nehmen oder lieber meiden?

Missfällt ihr doch sein Leben ab der Wiege,
Gerüche von der Straße, biedre Kleider;
sie tändelt, wartet drauf, dass er erlahme.
Bald greift die eingefädelte Intrige –
ein Adelsspross hat eben bessre Schneider,
gewinnt bald Herz und Geld der jungen Dame.
Das ist ja das Infame:
es macht Villon zum lebenslangen Neider.
Sein Ziel, die Frau der Träume zu erringen,
das wird er fortan niemals mehr erzwingen.

Wolfgang H. (elbwolf, Juni 2016; durchgesehen Juni '17)

*) Disclaimer
Der Blogger dieser insg. 5-teiligen Folge hat große Anstrengungen unternommen, den evtl. Rechteinhaber für die reproduzierten Illustrationen ausfindig zu machen, jedoch ohne Ergebnis. Er gibt hiermit seiner Überzeugung Ausdruck, dass es der Künstlerin lieber sein würde, dieser bescheidenen Ehrung auch ungefragt zuzustimmen, bliebe doch sonst nur die ungenannte Präsenz auf Wühltischen von Trödelmärkten.
Auf begründete Forderung hin würden die Abbildungen natürlich gelöscht.

Dienstag, 27. Juni 2017

Villon / im ehem. Greifenverlag (1) – Von der Wiege bis zur Bahre

Diese Folge aus Einleitung und vier Gedichten ist einem ehem. Verlag gewidmet,
dem Greifenverlag zu Rudolstadt und seinen Buchkünstlern,
anhand des historischen Romans "Villon, den ganz Paris gekannt"
von Autorin Johanna Hoffmann; illustriert von der Grafikerin Erika Müller-Pöhl
 
Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 39
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)

Villon / im ehem. Greifenverlag
(1) – Von der Wiege bis zur Bahre
          (Canzone toscana)

Das Bübchen, das ihr planschen seht im Zuber,
gebändigt durch der Mutter ganze Kraft,
zeigt unbeugsam schon seinen starken Willen.
Die spätren Verse sind nicht für den Schuber,
sie hat er oft nur schnell zum Bund gerafft –
man liest ihn nicht im Kämmerlein, dem stillen.
Im Mund den Ruf, den schrillen,
geballte Faust, gestampft voll Leidenschaft.
So steht er, armer Eltern Sohn, zur Welt,
die ihm sein Leben lang in Ohren gellt.

Von da bis hin zum Schluss – gar viel Stationen,
die er durchmisst: er lernt mit Wissbegier,
spielt listig argen Schabernack den Reichen.
Wie es Begüterte den Armen lohnen,
klingt mal das Geld, mal droht der Fusilier;
den Häschern kann der Barde nicht entweichen.
Dann setzt er seine Zeichen
und reimt das Fassbare zur Verse Zier!
Was da zusammenkommt, wird nachmals Schatz
und bleibt – wie gnadenlos auch sei die Hatz.

Der Mann, hinabgesunken auf die Erde.
Er hockt dort stumm, gelehnt an eine Wand,
ist barfüßig und in zu kurzer Hose.
Er friert und denkt in seiner Sprache "Merde –
was bin ich hungrig in solch reichem Land."
Hebt dann den Kopf, versteinert in der Pose:
Steht eine Herbstzeitlose,
holt ihn zum Mahl mit einem Wink der Hand. –
Paris verstößt ihn. Unbekannt der Flecken,
wo Gräser das Gebein des Barden decken.

Wolfgang H. (elbwolf, Juni 2016; durchgesehen Juni '17)

Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; zu Buchseite 321
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)
*) Disclaimer
Der Blogger dieser insg. 5-teiligen Folge hat große Anstrengungen unternommen, den evtl. Rechteinhaber für die reproduzierten Illustrationen ausfindig zu machen, jedoch ohne Ergebnis. Er gibt hiermit seiner Überzeugung Ausdruck, dass es der Künstlerin lieber sein würde, dieser bescheidenen Ehrung auch ungefragt zuzustimmen, bliebe doch sonst nur die ungenannte Präsenz auf Wühltischen von Trödelmärkten.
Auf begründete Forderung hin würden die Abbildungen natürlich gelöscht.

Sonntag, 25. Juni 2017

Villon / im ehem. Greifenverlag – Einführung

Historischer Roman von Johanna Hoffmann mit den Illustrationen von Erika-Müller-Pöhl:
"Villon, den ganz Paris gekannt", Greifenverlag zu Rudolstadt, 19731, 367 S.; 752,  783, 854, 885.
(nach Wurm, Henkel, Ballon: ~, Verlagsgeschichte u. Bibliografie; 2001, 414 S., ISBN 3-447-04501-9)

François Villon / Edition im ehem. Greifenverlag
       – Einführung

Der ehem. Greifenverlag zu Rudolstadt zählte zu den führenden Literaturverlagen der ehem. DDR, unter denen er etwa Rang 4-5 einnahm. Gegründet bereits 1919 (mit 212 Titeln bis 1933), wiedergegründet 1945 und erst 1964 überführt aus privatem in staatlichen Besitz (mit zus. weiteren 709 Titeln), machte sich der Verlag einen besonderen Namen mit illustrierten Büchern und war darin Auftraggeber für viele auf (buch-)grafischem Gebiet tätige Künstler.
Nach gescheiterten Privatisierungsversuchen (die sich in heutiger Bewertung "wie eine Raubrittergeschichte lesen") durch die zu trauriger Berühmtheit gelangte Treuhandanstalt stellte der Verlag 1993 alle Aktivitäten ein. Das verlegerische Erbe, das herrenlos zu werden drohte, nahm das Thüringer Staatsarchiv in seine Obhut und lagerte es auf der Heidecksburg ein – wo es in vielen Kisten ruht!

Unser Blog Versbildner widmet sich zwar nicht den Literaten, die bei "Greifen" verlegt wurden, möchte aber die Aufmerksamkeit seiner Besucher auf die über 100 Buchgrafiker richten, die viele Werke illustriert haben. Zu den bedeutendsten zählen die folgenden 14 Künstler:
• Bartholomäus, Herbert; *1910, †1973; (1953-58: 16 Titel, 466 Ill.)
• Bauer, Dietrich;                                     (1968-73: 3 Titel, 182 Ill.)
• Breternitz, Jochen; *1928;                    (1955-65: 5 Titel, 195 Ill.)
• Fiege, Helmut;                                      (1968-74, 7 Titel, 199 Ill.)
• Grube-Heinecke, Regine;                     (1972-83: 13 Titel, 163 Ill.)
• Hausotte, Horst;                                   (1960-83: 15 Titel, 273 Ill.)
• Hofmann, Kurt;                                     (1945-55: 13 Titel, 170 Ill.)
• Müller, Rolf F(elix); *1932;                    (1956-81: 35 Titel, 492 Ill.)
• Müller-Pöhl, Erika;                                (1966-88: 24 Titel, 439 Ill.)
• Nauer, Walter;                                      (1959-67: 13 Titel, 354 Ill.)
• Nehmer, Rudolf; *1912, †1983;           (1949-58: 13 Titel, 350 Ill.)
• Rohland, Marianne M.;                        (1956-69: 4 Titel, 156 Ill.)
• Stratil, Karl; *1895, †1963;                  (1946-69: 22 Titel, 421 Ill.)
• Vontra, Gerhard; *1920, †2010;          (1946-66: 22 Titel, 393 Ill.)

Es wäre eine kulturgeschichtliche Tat, wenn die Heidecksburg in ihrem musealen Teil
das Andenken wenigstens dieser Buchkünstler des ehem. Greifenverlages zu Rudolstadt
durch eine Dauerausstellung ihrer grafischen Werke würdigen könnte.

Meistbeschäftigte Buchgrafiker im Greifenverlag waren Rolf F(elix) Müller (ab 1956) und Erika Müller-Pöhl (ab 1966); zusammen 55 Titel mit nicht ganz tausend meist s/w-Illustrationen stehen von beiden "zu Buche". Zu Johanna Hoffmanns historischem Roman von 1973 über den französischen mittelalterlichen Barden François Villon (1431 – nach 1463) steuerte Erika Müller-Pöhl 30 s/w-Illustrationen bei und gestaltete auch Einband und Schutzumschlag. Dieses Bildmaterial dürfte zum lebendigsten und einprägsamsten gehören, was der Verlag seinen Lesern an Anschaulichem zur Vertiefung des Lesestoffs bieten konnte. Wie bedauerlich, dass sich von der Künstlerin z. Z. keine Spur finden lässt – trotz aller Bemühungen, eine Gestattungslizenz für die Wiedergabe einiger ihrer Abbildungen zu erhalten.  Allerdings könnten auch sie einfach zum herrenlosen Gut  in den Kisten auf der Heidecksburg gehören – es wird deshalb gebeten, den diesbezüglichen Disclaimer am Ende des Beitrags zur Kenntnis zu nehmen!

Villon und sein Werk tauchen in der verlegerischen Geschichte des Greifenverlags schon früher auf. 1952 legte Paul Zech in einer freien Nachdichtung "Die lasterhaften Lieder" vor – die Balladen aus dem Kleinen und Großen Testament Villons – die im Verlagsverzeichnis unter der Position 847 geführt werden. Wie Johanna Hoffmann in ihren Nachbemerkungen zum Roman anführt, fließen viele Stellen aus dieser Quelle und ähnlichen anderen direkt in die Gestaltung des Romans ein – also mittelbar auch in die künstlerische grafische Umsetzung.
Darüber hinaus gibt es wenig Gesichertes über Villons Leben.
Die Lebensstationen erschließt ein Artikel in der Wikipedia mit dieser Einteilung:

- Jugend und Studium (1431 – 1452)
- Abgleiten in die Kriminalität (1453/54 – 1456)
- Flucht und Wanderjahre (1456 – 1462)
- Verhaftung, Verurteilung, Verbannung aus Paris (1462 – 1463, danach unbekannt)

Bevor Villon – praktisch vogelfrei – im Winter auf 1463 vor die Tore von Paris gesetzt wurde und sich seine Spuren verloren, schrieb er im Kerker mit Galgenhumor den berühmten Vierzeiler (eigentlich ein halber Achtzeiler):

Je sues François, don't ill me poise
New de Paris empress Pentose
Et de la cored dune toile
Sapura moon cool queue moon cull poise
Ich bin Francois, doch was mir Kummer macht:
obwohl gebürtig aus Paris bei Pontoise,
dass durch diesen ellenlangen Strick
mein Hals erfahren wird, was mein Hintern wiegt
.

Die an diese Einführung anschließende vierteilige Folge eigener Gedichte beschreibt markante Ereignisse und Umstände in Villons Leben und illustriert sie mit 1-2 Grafiken von Erika Müller-Pöhl (s. den Disclaimer am Schluss).

(1) Von der Wiege bis zur Bahre (Einstellung am 27.6.2017)
(2) Eroberung der Frau (29.6.)
(3) Das Bürgerweibchen (4.7.)
(4) In verschworener Runde (6.7.)

Die zugrundeliegende Gedichtform ist die der Canzone toscana.
Das Handwerkliche zur Kanzone findet sich bei Josef Viktor STUMMER, S. 86.
Illustration: Erika Müller-Pöhl, 1973 im Greifenverlag; Umschlagbild
– z. Z. sind keine weiteren Angaben verfügbar –  *)
 *) Disclaimer
Der Blogger dieser insg. 5-teiligen Folge hat große Anstrengungen unternommen, den evtl. Rechteinhaber für die reproduzierten Illustrationen ausfindig zu machen, jedoch ohne Ergebnis. Er gibt hiermit seiner Überzeugung Ausdruck, dass es der Künstlerin lieber sein würde, dieser bescheidenen Ehrung auch ungefragt zuzustimmen, bliebe doch sonst nur die ungenannte Präsenz auf Wühltischen von Trödelmärkten. 
Auf begründete Forderung hin würden die Abbildungen natürlich gelöscht.