Diesen Blog haben wir 11/2016 neu gestaltet und führen ihn im Team weiter. Das verspricht mehr Vielfalt - wie man wohl schon an unseren Gesichtern ablesen könnte.
Allen Besuchern - herzliches Willkommen und viel Vergnügen bei/mit unseren Gedichten!
Im SEPTEMBER 2017 setzen wir mit "Kölsch" von einer Kölner Poetessa die Mundart-Dichtung mit eingeladenen Gästen fort. Außerdem ergänzen wir bereits begonnene Serien, u. a. über "Verschwindende Wörter". Und sonst - mal sehn!

Dienstag, 28. April 2015

Von Alphatieren



Von Alphatieren 
(laut Duden was Zoologisches;
nach Wikipedia nicht ganz!)

Als Eigenart von Lebewesen
zeigt sich, dass in so manchem Treff
nur einer schwingt den Kehraus-Besen:
von diesem Trupp ist er dann Chef.

Der Posten oben an der Spitze
ist für gewöhnlich recht begehrt,
und wer bloß kleiner Nörgelfritze,
dem bleibt solch hohes Amt verwehrt.

Falls nun durch wechselnde Geschicke
besagte Stelle mal vakant,
so richten sich gestrenge Blicke
auf alle, die neu hergerannt.

Die nimmt man zügig in die Mangel
und bringt ihnen Benehmen bei;
im unvermeidbaren Gerangel
geht manches Porzellan entzwei.

Dann folgt im Buschfunk neue Kunde,
die alle Mitbewerber schockt:
sie hätten ihre Gunst der Stunde
an einen Newcomer verzockt.

Viel später glätten sich die Wogen,
herrscht wieder Ruhe im Quartier:
wer einst zu kämpfen ausgezogen,
schart sich ums neue Alphatier!



Bei dem Gorilla-Silberrücken
könnt ich die Sache ja verstehn:
um seinen Harem zu beglücken,
darf keiner ihm im Wege stehn …

elbwolf, 26.04.2015

PS:
Der nachdenklich gestimmte Silberrücken ist auf einem Foto von Dozyg aus dem Jahre 2006 zu sehen;
Quelle: wikimedia/commons; Lizenz: gemeinfrei.
Originale Bildunterschrift:
Male western lowland gorilla contemplating life, the universe, and bananas (The Thinker).
Port lympne wildlife park.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen