
Plakat von Henri de Toulouse-Lautrec: Aristide Bruant mit rotem Schal, 1892.
Quelle: wikimedia/commons; das Kunstwerk ist weltweit gemeinfrei.
Schal um die Gurgel
Neulich sprach ich euch vom Deckel auf dem Kopf –
doch die Kopfbedeckung ist die eine Qual:
Hat man nämlich wohlversorgt den eignen Schopf,
stellt sofort die Frage auch sich nach dem Schal.
Schäler sind verwirrend für den biedren Tropf:
Manche sind zu breit und andre ziemlich schmal.
Jeder kennt das, ist es doch ein alter Zopf,
eines Schals Beschaffenheit ist nie egal.
Mancher Künstler hat 'nen Nischel wie ein Topf,
sonst ist aber alles an ihm recht fatal:
Hemd und Jacke fehlen jeder zweite Knopf,
was jedoch am Halse prangt, ist ein Fanal!
Schmächtig scheint vielleicht ein andrer, wie ein Pfropf,
und sein schmales Halstuch wirkt erst recht banal,
wie ein Schlips gebunden, deckt es kaum den Kropf,
keiner hielte das für eine erste Wahl.
Achtet drum, dass ihr zum Deckel auf dem Kopf
passend wählt für eure Gurgel auch den Schal!
Wohlversorgt sonst wäre nämlich nur der Schopf,
euer Hals jedoch erlitte Höllenqual.
elbwolf (WH), 04.11.2016
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