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Rotkehlchen (Erithacus rubecula);
Aufnahme vom 26.06.2003
Urheber: Toivo Toivanen & Tiina Toppila;
Quelle: wikimedia.commons; Liz.: weltweit gemeinfrei
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mit vorgestreckter, rot betonter Brust,
von hoher Warte aus, voll Lebenslust –
hör ich sein Lied die Morgenluft durchdringen.
Als zarte Weise klingt es durch den Morgen;
es singt, als wär die Welt ganz ohne Sorgen.
Sein Name stammt von seinem roten Kehlchen,
das es erwarb, als unser Herrgott litt,
als er am Kreuze mit dem Tode stritt.
Da weinte leis sein mitleidvolles Seelchen;
es sah den Herrn mit seiner Dornenkrone,
die aufgesetzt ihm wurde nur zum Hohne.
Das Blut sah es von seiner Stirne tropfen,
und nichts konnt halten es in seinem Nest;
es flog zum Kreuze, zog am Dorne fest;
dabei hört es sein Herzchen mächtig klopfen.
Ein Tropfen Blut verfärbte sein Gefieder –
seither trägt es das ehrenvoll und bieder.
So glüht dies Rot, das schöner noch als Rosen,
auf jeder Brust der Kehlchen immerfort.
Der Herr, der nie vergißt sein Ehrenwort,
das er vergab an einen Farbenlosen …
So lasst uns lauschen früh und auch am Abend;
uns an den Tönen roter Kehlchen labend.
© L-R, 14.04.2017
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