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"Was das Mädchen
mal wird – was der Junge mal wird"
Illustrationen aus
einem Heft über Sozialhygiene, Anfang 20. Jh.
Urheber unbekannt;
via wikimedia.commons; gemeinfrei. *)
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Frauenfragen an die Männer
Sagt, wo sind die Burschen hin,
die
gern auf uns Mädchen schauen –
haben
andres nicht im Sinn,
wollen
trotzdem sich nicht trauen.
Möchten
sie ermuntert sein
oder
läuft es von allein?
Sagt,
woher ein Mann es nimmt,
Frauen
seiner Wahl zu daten.
Weil,
so denkt er ganz bestimmt,
er
sich könnte sonst verspäten …
Frau
sagt Ja nur oder Nein –
Das
kann doch nicht alles sein!
Sagt,
wo sind die Alten, wo –
die
das Leben mit uns teilten,
brannten
einst ganz lichterloh,
eh
sie plötzlich uns enteilten.
Jetzt
wär Zeit uns zu verstehn,
doch
schon muss ein jeder gehn.
©
elbwolf (17.09.2019)
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Anmerkungen
· Der Text des Gedichtes erinnert an eine
ganze Reihe von Vorgänger-Texten, angefangen von dem sehr alten "Zogen
einst fünf wilde Schwäne" oder einem anderen frühen Kettenlied. Das griff
1781 Johann Georg Jacobi auf und schrieb den Text "Sagt wo sind die
Veilchen hin". Pete Seegers machte daraus das 8-zeilige je Strophe "Where
have all the flowers gone". Marlene Dietrich sang dieses Lied in der
deutschen, weltberühmten Version "Sag mir, wo die Blumen sind" **)
· Zu Metrik und Adaptation: Weil ich die
Text-Idee zwar bestechend fand, andererseits aber nicht gegen diese Garde von
Lyrik & Musik konkurrieren wollte, schrieb ich eine Version OHNE
Wiederholungszeilen und MIT gleichmäßiger Anzahl (trochäischer) Versfüße.
Schön wäre es, wenn sich jemand fände, der diesen Text so adaptierte, dass er
singbar wäre, ohne allzu sehr an "Marlenen" zu erinnern.
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