![]() |
Olga Ernst (Foto): Saharastaub auf der
Schwäbischen Alb
Aufnahme vom 06.02.2021 (Detail); via Wikimedia Commons; Liz.: CC BY-SA 4.0
Aktuelle Leierkastenverse *)
Stachliges
Ich mag, wenn sie am Gaumen
mit Wohlgeschmack zergehn,
doch wird man diese Pflaumen
bei mir nicht wachsen sehn.
Seit Zeiten, schon geraumen,
kann eins ich nicht verstehn:
auch ich hab 'grünen Daumen' –
nur leider bei Kakteen!
Staub
Die Hitze unsrer Sonnen
weht den Saharastaub
zu hunderttausend Tonnen
bis Brüssel, wie ich glaub.
Bald fehlt uns Nass im Bronnen,
vertrocknen wird das Laub –
noch eh wir uns besonnen,
sind wir des Klimas Raub.
Testerei
Von "Kullern" ganz verpestet
der Globus, wie man schaut,
doch wird jetzt scharf getestet:
wir zeigen uns erbaut!
Noch ist fast nichts vernestet,
so dass die 'action' flaut –
schon sind ein paar gemästet,
dass Augen man kaum traut.
Zahlenspiele
die Wochen-Inzidenz
mit immer andren Zahlen –
die haben die Tendenz,
dass sie gut untermalen
der Kugeln Virulenz!
Wir selber leiden Qualen
in 'Lockdown'-Permanenz.
elbwolf (08.03.2021)
----------------------------------------------------------------
*) Anmerkung:
Die ersten Leierkastenverse wurden auf Versbildner am 22.11.2016 gepostet. Dort
stehen auch ein paar Regeln. Die Bezeichnung ist eine "eigene
Erfindung". Im Sinne bekannter lyrischer Formate handelt es sich um eine
Art von Sizilianen (die ja nur 2 Reimsilben haben, abababab), deren Verse hier
aus dreifüßigen Jamben bestehen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen