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elbwolf
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Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!
Aufrufe unseres Blogs erfolgen automatisch mit Sicherheitsprotokoll "https". Am 18. Mai 2022 hatten wir unseren 600. Beitrag in den Blog gestellt!
Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...
Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.
Dienstag, 30. Juni 2015
Haiku
Sonett auf eine neue Liebe
Die auch beim zweiten Blick noch wär' adrett,
wär' von Beständigkeit, die nie zerstiebe,
die an Erschwernissen sich nicht zerriebe,
die nähm ich gern, wär' sie auch kaum kokett.
Was stichelt ihr, ich suchte was fürs Bett!
Auch fern vom Laken will ich kein Getriebe,
will ganz im Gegenteil, dass alles mir so bliebe,
ich gebe nicht gern täglich neu Bankett ...
Ihr werdet es ja doch niemals erraten:
ich hab euch eingelullt mit der Idee,
die ich jetzt unter euch werf' als Dukaten.
Fängt jemand sie, so dass es jeder seh?
Ich forme Verse hier auf neue Liebe,
so, wie ein Suchender die eben schriebe …
Montag, 1. Juni 2015
Ungesiebte Luft
Des Knackis Lebensqualität zu mindern,
nimmt man zur Strafe ihm der weiten Welten Duft.
An einem aber kann man ihn nicht hindern:
zu atmen nämlich – wenn auch nur gesiebte Luft!
Doch gibt es neuerdings nun eine Gruppe,
für die sind alle andern Bürger einfach Luft;
wo immer sich versammelt diese Truppe,
entströmt ihrem Lokal gleich penetranter Duft.
Sie haben Polizisten als Bewacher
und lassen Schraubenflügler kreisen in der Luft;
sie wähnen allerortens nur noch Kracher,
Das sind die europäischen Berater,
sie wirken oft wie so ein Guck-Hans-in-die-Luft,
doch sind sie unsre Eurogeld-Verbrater -
bei Zivilisten gälte mancher schon als Schuft.
Sie kommen jetzt gleich zweimal nach Germanien:
verursachten zunächst in Dresden dicke Luft;
nun schmückt das Bayern-Schloss man mit Geranien,
doch kittet man auch dort bestimmt nicht jede Kluft.
Wir Einfachen erleben viel Bedrängnis,
und mögen nicht, wenn man uns nur andauernd blufft!
Man sperrt uns aus, als säßen wir wie im Gefängnis -
Wir aber wollen stets nur ungesiebt die Luft!
elbwolf, 31.05.2015
Donnerstag, 30. April 2015
Morgendämmerung – Bücherschicksale (1/3)
Standort: Staatsbibliothek Berlin; Quelle: wikimedia/commons; Liz.: gemeinfrei
Bücher haben ihre Schicksale – (1/3)
Habent sua fata libelli.
I. Morgendämmerung
Nicht vom Papyrus und nicht über Pergamente
geht hier die Rede - da regierte Schreibers Hand.
Erst als der Gutenberg zu Mainz den Druck erfand,
da kamen Bücher unters Volk wie Dokumente.
Ein paar Jahrzehnte brauchte es noch an Erfahrung,
und was vor fünfzehnhundert schien besondrer Schmuck,
ist heute Seltenheit; sie heißt nun Wiegendruck.
Den Reformierten galt das Buch als Offenbarung.
Selbst in den dunklen Jahren Dreißigjähr'gen Krieges
verfasste Opitz deutsch uns die Poeterey.
Von seinen Regeln zehrt noch heut' die Reimerei:
der Ignorant geht schnell verlustig eines Sieges.
© elbwolf (2014/15)
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Martin Opitz: Buch
von der Deutschen Poeterey, 1624.
Faksimile aus dem Neudruck von Niemeyer, 1955 (im Besitz des Autors). |
Höhenflug – Bücherschicksale (2/3)
Quelle: [http://ets.lib.uchicago.edu/ARTFL/OLDENCYC/images]; Liz.: gemeinfrei
Bücher haben ihre Schicksale – (2/3)
Habent sua fata libelli.
II. Höhenflug
Das Sortiment zerfloss allmählich in die Breite:
es kam die Aufklärung, mit ihr auch Sturm und Drang,
ein Casanova stimmte neuen Minnesang,
der Artenkampf beschrieb des Lebens andre Seite.
Die Bücher, die einst Privileg gehobner Leute,
die wurden später zum erschwinglichen Besitz.
Vom Leser fordert Lesen nicht den Geistesblitz,
viel eher Blick nicht nur allein für hier und heute!
Erinnert euch, als Bücher lichterloh verbrannten,
das Land versank auf Jahre in der Barbarei,
die Dichter, die mitsamt den Werken vogelfrei,
sich langsam wieder reihten unter die bekannten.
© elbwolf (2014/15)
^ Nobelpreis für Literatur 1929 ^
Abendrot – Bücherschicksale (3/3)
Bücher haben ihre Schicksale – (3/3)
Habent sua fata libelli.
III. Abendrot
Die multimediale Zeit mit all dem Neuen
kann Segen sein - wird unversehens vielleicht Fluch,
wenn nach gedrucktem und dem vorgelesnen Buch
wir nun das elektronische erst einmal scheuen.
Autoren schreiben so, als seien sie versessen,
die Druckerpressen sind im Wettlauf gegen Zeit,
manch nagelneues Buch erhält sofort Geleit
zum Supermarkt und wird am Wühltisch schnell vergessen.
Ja staune, Bücherfreund, du sollst ihn lieb behalten,
es leicht mit deinem: besser trotzt du dann Gewalten!
© elbwolf (2014/15)
Foto: Eva Kröcher, 23.12.2008; Quelle: wikimedia/commons; Liz. GNU&CC
• Die hundert besten Bücher des 20. Jahrhunderts nach der Zeitung "Le Monde"
• ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher
• Die 100 besten Bücher des 20. Jahrhunderts nach AbeBooks.de
• Bildersammlung über die Pariser Bouquinisten – live und in der Kunst
Mittwoch, 29. April 2015
Eigenwillige Geburtstags-Statistik
ses natürlichste aller Ereignisse sehr verschiedene Worte.
Am bildhaftesten heißt es, wie ich finde, bei der Französin:
Donner le jour à un enfant - einem Kind den Tag schenken.
Am Tage dieses Beschenktwerdens treten wir ins Leben.
In Zeiten mit statistisch gesicherten Verläufen endet für je-
weils etwa drei unter jedem Tausend von uns das Leben
auch an genau dem Tag, der eigentlich der Mutter Ehren-
tag sein sollte, aber als unser Geburtstag begangen wird.
Für alle anderen neunhundertsiebenundneunzig in diesem
Tausend bricht der Weg zwischen zwei Geburtstagen ab.
Von den meisten wird man sagen, dass sich ihr Leben im
übertragenen Sinne – nicht nur im direkten – erfüllt habe.
Der Tag dieser Erfüllung scheidet uns vom weiteren Leben.
Über ein Nach-Leben werde ich nicht spekulieren, will aber
noch eine Überlegung mitteilen. Am Rand einer der Auen
eines Karstgebietes besuchte ich ein über viertausend Jah-
re altes Steinkistengrab einer neolithischen Ackerbausippe.
Ich hoffe, die Jungsteinzeitler nicht sehr gestört zu haben.-
Sicher bin ich mir allerdings, dass niemand in viertausend
Jahren neugierig die Stelle suchen wird, an die man mich
dereinst bettet. So vergänglich sind nun einmal die Zeiten.
elbwolf, 27.04.2015
© für obiges Foto beim Verfasser (April 2015).
recht, hatten eine Decke aus Kalksteinplatten mit einem darüber auf-
geschütteten Erdhügel. Funde sind in der Wewelsburg ausgestellt.
aber die Form habe ich mir bei Ulf Stolterfoth abgeschaut, meinem
Mentor in einem Lyrik-Seminar. Verwendet habe ich sie früher auch
schon, z. B. in "Auf einen Aphorismus Lichtenberg’s".
Dienstag, 28. April 2015
Von Alphatieren
zeigt sich, dass in so manchem Treff
nur einer schwingt den Kehraus-Besen:
von diesem Trupp ist er dann Chef.
Der Posten oben an der Spitze
ist für gewöhnlich recht begehrt,
und wer bloß kleiner Nörgelfritze,
dem bleibt solch hohes Amt verwehrt.
Falls nun durch wechselnde Geschicke
besagte Stelle mal vakant,
so richten sich gestrenge Blicke
auf alle, die neu hergerannt.
Die nimmt man zügig in die Mangel
und bringt ihnen Benehmen bei;
im unvermeidbaren Gerangel
geht manches Porzellan entzwei.
Dann folgt im Buschfunk neue Kunde,
die alle Mitbewerber schockt:
sie hätten ihre Gunst der Stunde
an einen Newcomer verzockt.
Viel später glätten sich die Wogen,
herrscht wieder Ruhe im Quartier:
wer einst zu kämpfen ausgezogen,
schart sich ums neue Alphatier!
könnt ich die Sache ja verstehn:
um seinen Harem zu beglücken,
darf keiner ihm im Wege stehn …
Montag, 27. April 2015
April – ein Monatsbild
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| PC-Grafik-Mix: Osterhasen auf Niveau "Industrie
2.0" © saxonia44
ipse fecit Quelle: Legebatterie und Hasen aus wikimedia/commons – nachgenutzt, da lizenzfrei. |
Denn mit den Hasen hat man uns was vorgegaukelt …
Wo nehmen sie die buntbemalten Eier her so schnell,
Und zwar in Mengen, wie man's grade haben will?
In Wahrheit produzieren Hasen längst industriell:
Wer da noch einfältig was andres denkt – April! April!
Monat von unklarer Herkunft
"April" zu sagen, ist schon fast ein Scherz.
Woher der Name? Da sind wir verlegen ...
doch Karl der Große fasste sich ein Herz
und hieß ihn Ostermond, des Festes wegen.
Aprilwetter
So wetterwendisch schafft kein Renommee!
Mal Regen, Sonnenschein, dazwischen Schnee;
mal trüb und rau, dann wieder hell und mild:
da steht gleich fest – des Menschen Ebenbild.
Wird der Sommer nass oder trocken?
Blüht die Eiche vor der Esche,
gibt es eine große Wäsche –
blüht die Esche vor der Eiche,
gibt es eine große Bleiche.
Fastenzeit – ade!
Täglich zu essen kann ganz schön belasten!
Ganzjährig hat dieses Thema drum Boom:
einerseits bringt es persönlichen Ruhm,
andrerseits sind vierzig Tage zu fasten!
Nun aber drehn wir wie vorher die Leier:
her mit dem Mahl für die hungrigen Geier!
Osterhasen
Die Osterhasen gaben spät ihr Dasein kund,
doch hundert Jahre früher als der Weihnachtsmann!
Vergeblich forscht man aber bislang nach dem Grund,
wie man sie fürs Geschäft mit Eiern denn gewann.
Osterpostkarten – Kulturdokumente
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Links zum Stöbern
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