Säen und ernten
(äußere Kreuzschleifen, vierfüßig-jambisch)
Wer ernten will, muss dies bedenken,
Natur braucht eben ihre Zeit;
Natur hält Wachstum nur bereit
in einer Frist, die nicht zu lenken.
Die Ernte kann sehr gut gelingen
in einer Frist, die nicht zu lenken.
Wer ernten will, muss dies bedenken:
die Körner in die Krume bringen.
Das Frühjahr ist die Zeit zur Saat –
die Körner in die Krume bringen.
Die Ernte kann sehr gut gelingen,
kurz ist die Zeit von Saat zur Mahd.
Wer sät, der kann danach auch ernten.
Kurz ist die Zeit von Saat zur Mahd.
Das Frühjahr ist die Zeit zur Saat,
und mit der Zeit die Menschen lernten.
Natur hält Wachstum nur bereit,
und mit der Zeit die Menschen lernten:
wer sät, der kann danach auch ernten.
Natur braucht eben ihre Zeit.
©
lillii (Luzie-R)
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Wasserschloss
Anholt/Westfalen – eigenes Foto © Luzie R.
Blick
über den Schlossteich in den englischen Landschaftspark bei Gewitterstimmung
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Kreuzfidel
(äußere
Kreuzschleifen, vierfüßig-trochäisch)
Kreuzfidel war ich heut Morgen,
ausgeruht bin ich erwacht
hab den Morgen angelacht,
schau nach draußen, mach mir Sorgen.
Seh ich hier doch graue Wolken
schau nach draußen, mach mir Sorgen.
Kreuzfidel war ich heut Morgen –
Wolken sind nicht ausgemolken.
Himmeldonnerwetter auch:
Wolken sind nicht ausgemolken –
seh ich hier doch graue Wolken,
Wasser brauchen Baum wie Strauch.
Wann lässt Petrus es denn regnen;
Wasser brauchen Baum wie Strauch;
Himmeldonnerwetter auch:
nur der Himmel kann uns segnen.
Hab den Morgen angelacht;
nur der Himmel kann uns segnen –
wann lässt Petrus es denn regnen ...
Ausgeruht bin ich erwacht.
©
lillii (Luzie-R)
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Die Kreuzschleifenverse-1 stehen unter dem Datum des 28.08.2018 ←
Zum
Gedichtformat:
Gedichte aus
Kreuzschleifenversen
(mit wenigstens 4 Strophen) kommen wieder in Mode! Rhythmisch bestehen sie aus
Jamben, Trochäen oder Daktylen, enden betont oder unbetont, haben 3 - 6
Hebungen im Vers. Langverse mit 5 oder 6 Versfüßen weisen auch Binnenreimung
oder mittig Zäsuren auf.
Angeblich
darf man in Versen auch Einzelwörter ersetzen oder durch Flexion (Deklination,
Konjugation) abändern – was aber eine ziemliche Erleichterung wäre.
Reimerisch
sind die Strophen 4-Zeiler mit Umfassungsreimung "abba".
Man
unterscheidet zwei Kreuzschleifen-Typen,
je nachdem, ob die b- oder die a-Verse der ersten Strophe in der letzten
wiederholt und dabei vertauscht werden.
Beide
Beispiele (oben/unten) sind äußere
Kreuzschleifen mit 5 Strophen; zum Schluss werden die b-Verse nach außen
vertauscht:
a1b1b2a2 / c1a2a1c2 / d1c2c1d2 / e1d2d1e2
/ b2e2e1b1
Bei
inneren Kreuzschleifen und 5
Strophen würden die a-Verse vertauscht nach innen kommen:
a1b1b2a2 / b2c1c2b1 / c2d1d2c1 / d2e1e2d1 / e2a2a1e1
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