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Alfred Smith (1854-1932)
Strömender Regen, Place de la Concorde, Paris
(1888)
Abb.: Tylwyth Eldar, 29.10.2018; via
wikimedia.commons; Liz.: gemeinfrei
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stadt
im regen
der
sonnenmaler
hat
seine pinsel eingepackt
nur
hie und da erinnert noch
ein
tupfen rot und gelb
an
seine meisterwerke
sie
leuchten aus dem graugemisch
wie
tausendjährig sterne
die
doch schon längst
erloschen
sind
ein
schwarzer schirm
begegnet
mir
ein
hut in braun
tief
in die stirn gezogen
in
einer pfütze spiegelt sich
die
kirchturmspitze
und
kunterbunte gummistiefel
springen
lachend
dem
regen ins gesicht
©
Perdita Klimeck
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Veröffentlicht in
"Asphaltgeflüster/Stadtlyrik", Lyrik aus dem
Sperling-Verlag,
Nürnberg, 2014. ISBN 978-3-942104-29-6
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Wir vom
Versbildner freuen uns,
dass unsere Gastautorin Perdita Klimeck über die Dauer eines Jahres
unserem Blog einen monatlichen Gedichtbeitrag zur Verfügung stellt – überwiegend
freie Lyrik!
Perdita
Klimeck, Jahrgang 1961, hat ihre Kindheit in
Wolfenbüttel und Bonn verbracht. Sie lebt seit 1978 in Euskirchen (NRW);
beruflich arbeitet sie im Bankgewerbe.
Lyrik hat sie schon immer
begeistert, bis sie sich endgültig dem "poetischen Wort" verschrieb
und ab 2009 in Lyrikzeitungen und Anthologien erste Beiträge veröffentlichte.
Im damals noch recht
jungen Sperling- Verlag erschien
2011 ihr Lyrikband Randerscheinungen, dem 2013 dann der Lyrikband wortgefecht
(gemeinsam mit Brigitta Wullenweber, Florian Scharf und Frank Seidel) folgte.
Im März 2017 erschien dort ebenfalls ihr dritter Lyrikband Rabenschreie und
Erdbeermond - gemeinsam mit Marina Maggio und Ingrid Herta Drewing.
Über das Gefühlsmäßige im
Umgang mit Lyrik meint Perdita Klimeck in "wortgefecht", "Lyrik dürfe
nicht im Netz verschwinden":
"Wörter sind für mich wie
Pusteblumensamen. Sie sind einfach da, irgendwo in der Luft, auf dem Asphalt, in
Einkaufspassagen und unter Parkbänken. Ich suche sie nicht, aber aus
irgendeinem mir völlig unerklärlichen Grund finden sie mich. Überall. Sie
krallen sich an mir fest und werden dann wieder fortgeweht. Mir ist dann so,
als hätte es sie nie gegeben.
Manche bleiben ein wenig länger. {…} Diese
Worte fange ich behutsam ein und gebe ihnen den Rahmen, den sie verdient haben.
{…}
Aber da sind auch die, die unter meine Haut
kriechen. An mir wachsen, in mir wachsen. {…} Auch hier fertige ich Rahmen an.
Weniger glänzend, weniger schön. Aber intensiv gefärbt, mit jenen Farben, die
mir in dunkleren Momenten zur Verfügung stehen."
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