Alter
Schuppen im Vorgelände meines westfälischen Städtchens;
Foto
der Verfasserin von Mitte 2019.
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Hier schreiben Hobbydichter für Lyrik-Freunde – meist Gereimtes und nur Druckreifes! Willkommen also, viel Vergnügen mit unseren Gedichten und deren Bebilderung!
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Bereits seit Jahresbeginn bringen wir neue Folgen an Kalenderblättern und Monatsbildern. Darum herum dann das, was sich an Einfällen so ergibt – man wird sehen! Nun ja, was man auch sieht: wir "unterschlagen" seit einer ganzen Weile auch einen gewissen Anteil an sanfter Erotik nicht länger - die Zeiten sind eben so ...
Wir teilen den Lesern unseres Versbildners mit und bitten um Verständnis, dass wir auch weiterhin das monatliche Angebot auf 6 Beiträge beschränken - die Kontaktarmut dieser Zeit bringt leider auch eine gewisse Ideenarmut mit sich. Neueinstellungen erfolgen damit um die Kalendertage des 1., 6., 11., 16./17., 21./22., 25.-27. eines Monats.
Donnerstag, 28. November 2019
Der alte Schuppen
Montag, 25. November 2019
November (L. Winrich a. G.)
der Wind fegt fauchend durchs Geäst.
Kein Blatt wird an den Zweigen bleiben;
vom Sommer nicht der kleinste Rest.
winkt noch im Fallen sanft herein.
Bald wird das Grau in allen Schatten
die schönste aller Farben sein.
die lähmende Tristesse bedeckt
und Kerzenlicht in allen Stuben
die Hoffnung wieder neu erweckt.
sitzt rund und satt am Futterplatz.
Die Meisen schaukeln mit dem Häuschen,
vom Boden nascht der freche Spatz.
Natur sich in die Laken schmiegt,
als ob das Leben allerorten
in seinen letzten Zügen liegt.
die der November mit sich bringt.
Natur, sie ist ein wenig müde:
Erschöpfung ists, mit der sie ringt.
ganz sicherlich bei keinem an,
weil sich das Leben auf die Dauer
im Stillstand nicht entwickeln kann.
Donnerstag, 21. November 2019
Schillers "Göttinnen der 7 Künste"/ 7: Schauspielkunst
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Joshua Reynolds (1723-92):
David Garrick *) zwischen Tragödie und Komödie (1761)
Sammlung Waddesdon
Manor; via wikimedia.commons; gemeinfrei.
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Die Schutzgöttinnen
der Künste sind in der griechischen Mythologie
die olympischen Musen: 9 an der Zahl, wie
von Hesiod überliefert;
dargestellt
z. B. im Musen-Peristyl des Achilleion auf Korfu (~1890).
Betrachtern fällt auf, dass unter diesen neun die bildenden Künste fehlen,
aber
Astronomie, Geschichte sowie 4 literarische und 3 musikalische Gattungen
vertreten
sind! Auch Friedrich Schiller verließ das alte Muster und benennt in der
"Huldigung der Künste" (1804) als
"der Künste Schar des Schönen" die Göttinnen
für Architektur,
Skulptur, Malerei, Poesie, Musik, Tanz und Schauspielkunst.
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Ein Janusbild lass' ich vor dir erscheinen, u-u-u-u-u-u
Die Freude zeigt es hier und hier den Schmerz. u-u-u-u-u-
Die Menschheit wechselt zwischen Lust und Weinen, u-u-u-u-u-u
Und mit dem Ernste gattet sich der Scherz. u-u-u-u-u-
Mit allen seinen Tiefen, seinen Höhen u-u-u-u-u-u
Roll' ich das Leben ab vor deinem Blick. u-u-u-u-u-
Wenn du das große Spiel der Welt gesehen, u-u-u-u-u-u
So kehrst du reicher in dich selbst zurück; u-u-u-u-u-
Denn, wer den Sinn aufs Ganze hält gerichtet, u-u-u-u-u-u
Dem ist der Streit in seiner Brust geschlichtet. u-u-u-u-u-u
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Stadttheater Duisburg, Giebelfeld mit Schillers Versen.
Foto + ©: Andreas Praefcke (2011); via
wikimedia.commons. Liz.: CC BY 3.0
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Sonntag, 17. November 2019
November – ein Monatsbild
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Hans Thoma
(1839-1924): November (Monatsbild aus dem Festkalender)
Mappenwerk,
Seemann Verlag Leipzig; via wikimedia.commons; gemeinfrei.
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Donnerstag, 14. November 2019
Stadtlyrik/3 – nachtschwärmer (Perdita Klimeck a. G.)
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Sonnenaufgang in Madrid, Stadtteil Tetuán,
19.12.2007
rechts im Bild: die geneigten Gebäude der Puerta
de Europa (Europator)
Foto+©: Luis Garcia; via wikimedia commons;
Liz.: CC
BY-SA 2.5
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menschen werden aus dem kaufhaus ausgegossen
der verkehr wird langsam etwas dichter
das bürogebäude links wird abgeschlossen
unter stöckelschuhen seufzt der asphalt lieder
neonlichter zeigen kein erbarmen
einsamkeiten spiegeln sich in ihnen wider
in den kneipen sorgt das bier für illusionen
bettler, die vorhin an ecken saßen -
ausgestoßene auf schlafplatzsuchmissionen
hinter fenstern pulsen blaue fernsehsender
schläge künden dumpf die geisterstunde
ein kaputtes damenrad lehnt am geländer
an der haltestelle küssen sich zwei frauen
vor der roten ampel quietschen reifen
träg hebt eine eule leicht die augenbrauen
aus der schwärze sinkt das dröhnen von motoren
äste die sich leicht im wind bewegen
irgendwo wird unter schmerz ein kind geboren
hinter träumen liegt das leid der welt verborgen
während manche noch durch diese gleiten
dämmert über dächern schon der neue morgen
Montag, 11. November 2019
Der Hobby-Poet stellt sich auch großen Strophen! /Bsp.: Shopping en famille/
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Hablot Knight
Browne al. Phiz (1815–82): Vorstadt-Jahrmarkt, ~1860,
im viktorianischen England; via
wikimedia.commons; gemeinfrei.
(vorn: Verkäufer mit Kundschaft; hinten:
Commedia dell'arte-Show)
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abab cdcd efef gg
in Strophe-1: aabcbcdeed; in Strophe-2: ababccdeed; in Strophe-3: ababcddcee.
Nicht vorgesehen sind mehrfach frei wiederkehrende Reime – sie führen auf besonders benannte Gedichtformen, die man auch gesondert behandeln muss.
Freitag, 8. November 2019
Töne der Natur
© Foto der Verfasserin: Natur vor
meinem Haus im Münsterländischen
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dann lausche: sie sind leicht zu überhören.
Sie klingen mal in Moll und mal in Dur –
der Vögel Zwitschern wird sie niemals stören.
Der Bäume Blätter, leicht vom Wind bewegt,
erzeugen leises Rascheln in den Zweigen;
wenn dieses Wispern Dein Gehör erregt
dann tanzen Deine Sinne einen Reigen;
vergisst darüber Deines Lebens Bürde
und überspringst somit auch manche Hürde.