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Raffael: Die drei Grazien (1503-05); Chantilly, Musée Condé
./.
Die "Dreizahl" war für
Künstler schon immer verlockende Motivation – zu den
drei Kardinalstugenden, zum Parisurteil und eben zu "Die drei
Grazien".
Die wurden meist unbekleidet, sich gegenseitig
berührend oder umarmend
dargestellt. Raffael malte als Erster der Neuzeit eine von ihnen als
Rückenakt.
Wir beiden Autoren sind bescheidener:
der Zeichner hatte seinerzeit nur jeweils ein
Modell engagiert, der Verseschreiber widmet jeder ein eigenes Gedichtformat.
Dafür gestalten wir im Team aus dem kompakten Dreigestirn eine Serie mit drei
Beiträgen.
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Aglaia, die Anmutige – aquarellierte Zeichnung: © Manfred
Albert
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Drei Grazien – 1/3:
Aglaia, die Jüngste – die Anmutige
– Dezime oder Königsstrophe "Copla Real" –
Ohne ihre beiden Schwestern
seht ihr solo hier Aglaia
nach dem Bad in der Biskaya,
das sie eben nahm – wie gestern,
nicht beachtend die, die lästern …
Ihre Nacktheit auszuleben,
überm Wasser kühn zu schweben,
durch fast nichts dabei getragen
nur das Äußerste stets wagen -
denn Bewegung ist ihr Streben!
©
elbwolf (Wolfgang H., 11/2018)
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Anmerkungen:
→ Manfred
Albert, *1936, unser Gast schreibt in einer Senioren-Community zu aktuellen
Themen in Prosa und Versen seine Gedanken auf, "soweit Geist und
Erinnerung sie hergeben". Darüber hinaus ist er ein passionierter
Zeichner, der seine Textbeiträge auch selbst illustrieren kann.
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